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Mittwoch, 8. September 2010
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Effizientere Mitarbeiterschulung per E-Learning:
Maschinenbauunternehmen senkt Schulungskosten
 
Oerlikon Barmag ist ein etabliertes Maschinenbauunternehmen innerhalb der Chemiefaserindustrie und sieht auf Jahrzehnte der Entwicklung und den Bau von Spinnanlagen und Texturiermaschinen zurück. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Remscheid-Lennep gehört seit 2007 zum Schweizer Technologiekonzern OC Oerlikon und beschäftigt weltweit mehr als 1.700 Mitarbeiter. Mit im Hause entwickelten E-Learning-Modulen wurde die Schulung des global stationierten Servicepersonals optimiert und kostengünstiger.
 

Oerlikon Barmag legt Wert darauf, dass das internationale Servicepersonal stets auf dem aktuellen technologischen Stand ist und der Aufbau von Anlagen sowie ihre Wartung weltweit einheitlich durchgeführt wird. Dies soll durch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter sichergestellt werden. Diese Schulungen wurden traditionell als Präsenzschulungen in einem eigens dafür errichteten Schulungszentrum im deutschen Stammwerk durchgeführt. Der Vorteil solcher Schulungen ist der direkte Kontakt zwischen Schulungsleiter und -teilnehmer, sodass offene Fragen sofort geklärt werden können.

Kostspielige Präsenzschulungen

Für Dieter May, Projektleiter E-Learning bei Oerlikon Barmag, überwogen aber die Nachteile. Anreise und Aufenthalt der Mitarbeiter, die vorwiegend aus Asien kommen, war kostspielig. Hinzu kam die Freistellung der Mitarbeiter vom Arbeitsplatz. Die deutschen Servicemitarbeiter wiederum mussten häufig in letzter Minute wegen eines Noteinsatzes absagen.

Aufgrund innerbetrieblicher Widerstände konnten keine Tests durchgeführt werden. Dadurch blieb offen, wie viel die Schulungsteilnehmer tatsächlich gelernt hatten. „Mit ihrem Halbwissen fuhren sie dann zurück und schulten weitere Mitarbeiter“, sagt May. In den Seminaren wurden zudem häufig Themen behandelt, die zwar gerade aktuell waren, deshalb aber noch längst nicht von jedem sofort benötigt wurden, sondern manchmal erst Monate später.

Manchmal wurden die Servicemitarbeiter auch von Mitarbeitern aus der Konstruktions- und Entwicklungsabteilung geschult, wenn sie beim Kunden Störungen beseitigten oder Umbaumaßnahmen durchführten. Dabei mangelte es aber an Einheitlichkeit, da die Mitarbeiter ihre eigenen Verfahren und Techniken entwickelt hatten.

Zertifikat für erfolgreiche Schulung

Es bestand also enormes Entwicklungspotenzial im Bereich Schulung. Daher wurde May vor vier Jahren mit der Einführung einer E-Learning-Schulungslösung beauftragt. Die Ziele: Kosten senken, die Ausbildung und den Wissensstand verbessern sowie die Vorgehensweise bei Aufbau, Wartung und Reparatur von Maschinen vereinheitlichen. „Eine aufgebaute Anlage sollte, egal wer sie aus dem globalen Servicenetzwerk aufgebaut und in Betrieb genommen hat und egal wo sie in der Welt aufgebaut wurde, überall gleich aussehen“, bekräftigt May.

Mittlerweile hat May etwa 30 Schulungen zusammengestellt, die in Deutschland übers Intranet abrufbar sind und in Asien sowie den Rest der Welt per DVD und CD vertrieben werden. Eine durchschnittliche Schulung dauert etwa eine Stunde, kann aber nach Belieben unterbrochen werden. Komplizierte Vorgänge und Wartungsschritte werden in Filmen dargestellt, am Schluss jedes Kapitels sowie am Ende der Schulung wird das Gelernte anhand von Fragen überprüft. Nach erfolgreich durchgeführter Schulung kann sich der Mitarbeiter ein Zertifikat ausdrucken.

Die Schulungen sind in drei Standardsprachen, Deutsch, Englisch und Chinesisch, verfügbar. Die Erweiterung um zusätzliche Sprachen ist unkompliziert. „Kosten fallen nur für die elektronische Stimme sowie die Übersetzung an“, sagt May.

Erwartungen erfüllt

Die Erwartungen an das E-Learning wurden voll erfüllt, die Einsatzmöglichkeiten sogar noch ausgedehnt. Weltweit rund 150 Mitarbeiter wurden bisher geschult. Die Schulungskosten konnten deutlich gesenkt werden, darüber hinaus wird nun zielgerichteter geschult.

Neben den Servicemitarbeitern werden die Schulungen auch für die Ausbildung der Lehrlinge genutzt. Da die Schulungen für alle Mitarbeiter im Intranet zur Verfügung stehen, nutzen diese Möglichkeit der Weiterbildung auch Fachkräfte, die ihr Know-how über ihr Spezialwissen hinaus erweitern wollen.

Das Zertifikat nach erfolgreich durchgeführter Schulung bietet einen doppelten Nutzen: Der Mitarbeiter wird für seinen Einsatz belohnt und weiß, dass er tatsächlich etwas gelernt hat. Das Unternehmen wiederum hat nun die Gewissheit, dass der Mitarbeiter bestimmte Abläufe und Verfahren beherrscht, und kann ihn bei Versäumnissen darauf aufmerksam machen.

Die Auswahl der Themen richtet sich jetzt nach dem Bedarf. Bei seinen regelmäßigen Gesprächen mit Mitarbeitern erfährt May, wo es Schulungsbedarf gibt. „Ich erfahre, wo es Probleme gibt, wo Fehler gemacht werden, und kann daraufhin die entsprechende Schulung entwickeln“, sagt May.

Zusätzliche Einsatzmöglichkeiten


Die E-Learning-Module richten sich nicht nur an die eigenen Mitarbeiter, sondern sollen auch die Wartungsmitarbeiter des Kunden unterstützen. „Was für uns gut ist, hilft auch dem Kunden“, erläutert May die Motivation. Die Kunden sehen das ebenso, sind aber bisher selten bereit, Geld dafür auszugeben.

Das ursprünglich für die Entwicklung der Schulungsmodule angeschaffte Autorentool verwendet May nun auch für Produktpräsentationen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Arbeitsbelastung der Vertriebsmitarbeiter stetig zugenommen, und es blieb immer weniger Zeit für Kundenbesuche. Nun werden die Kunden mithilfe einer Präsentations-CD über Neuentwicklungen der Oerlikon Barmag informiert. „Bei Interesse fahren wir dann hin.“
(ct)
   
BestPractice-IT Extract
Oerlikon Barmag

Industrie

850 Mitarbeiter

Ausgangssituation: Präsenzschulung war kostspielig und brachte nicht den gewünschten Erfolg

Lösung: Entwicklung von E-Learning-Modulen

Resultat: Einsparung bei Reisekosten, aktuellere Themen, einheitliche und zeitgleiche Schulung

Kategorien: Mitarbeiter, Wissen
   
BestPractice-IT Service
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Statement
Dieter May, Projektleiter E-Learning bei Oerlikon Barmag in Remscheid-Lennep: „Der Vorteil dieser Form der Schulung liegt nicht nur in der Kostenreduzierung, sondern auch in der Unabhängigkeit des Lernenden. Das heißt, der Lernende kann seine Schulung zu jeder Zeit, wenn sich im Tagesgeschäft die Gelegenheit bietet, und so oft, bis er alles verstanden hat, selbstständig durchführen.“

 

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